Earthlings - Text deutsch
10 Minuten aus dem Film "Earthlings" (deutsche Übersetzung):
Ignoranz ist die erste Verteidigungslinie des Speziesisten. Doch kann sie leicht von jedem durchbrochen werden, der sich die Zeit nimmt und die Entschlossenheit hat, die Wahrheit herauszufinden. Ignoranz hat sich nur deswegen so lange durchgesetzt, weil die Leute die Wahrheit nicht herausfinden wollten. "Erzähl's mir nicht, du wirst mir noch das Essen verderben" ist die übliche Antwort beim Versuch, jemandem zu erzählen, wie jenes Essen hergestellt wurde.
Selbst Leute, die wissen, dass die traditionelle Famillienfarm von grossen Wirtschaftsinteressen übernommen wurde, dass ihre Kleider von geschlachteten Kühen kommen, dass ihre Unterhaltung das Leiden und den Tod von Millionen von Tieren bedeutet und dass einige fragwürdige Experimente in Laboratorien vor sich gehen, halten sich an dem vagen Glauben fest, dass die Bedingungen nicht so schlimm sein können, sonst hätten die Regierung oder Tierschutz-Organisationen etwas dagegen unternommen.
Aber es ist nicht die Unfähigkeit, herauszufinden was passiert, als vielmehr der Wunsch, über die Fakten nichts wissen zu wollen, der einem schwer auf dem Gewissen lastet, der für dieses Fehlen von Bewusstsein verantwortlich ist - immerhin: die Opfer von dem, was immer es auch ist, das an all jenen schrecklichen Orten vor sich geht, sind keine Mitglieder der eigenen Gruppe.
Es läuft alles auf Schmerzen und Leiden hinaus. Nicht Intelligenz, Stärke, soziale Klasse oder Grundrechte - Schmerz und Leiden sind in sich schlecht und sollten verhindert oder minimiert werden, ungeachtet der Rasse, des Geschlechts oder der Spezies des Wesens, das leidet.
Wir sind alle Tiere dieses Planeten.
Wir sind alle Kreaturen. Und Tiere erleben Empfindungen genauso wie wir.
Sie sind ebenfalls stark, intelligent, betriebsam, mobil und entwickeln sich.
Sie sind ebenfalls zu Wachstum und Anpassung fähig.
Zuallererst sind sie wie wir: Earthlings.
Und wie wir überleben sie.
Wie wir suchen sie nach Behaglichkeit statt Unbehagen.
Und wie wir sind auch sie fähig, Gefühle verschiedenster Art auszudrücken.
Kurz gesagt: wie wir sind auch sie lebendig.
Viele von ihnen sind in der Tat Wirbeltiere, genau wie wir.
Schauen wir darauf zurück, wie wichtig die Tiere für das menschliche Überleben sind, unsere absolute Abhängigkeit von Ihnen - als Gefährten, Nahrung, Kleidung, in Sport und Unterhaltung genauso wie in medizinischer und wissenschaftlicher Forschung - sehen wir ironischerweise nur die Verachtung der Menschheit gegenüber diesen nicht-menschlichen Versorgern.
Zweifellos muss es so sein: die Hand zu beissen, die uns ernährt.
In der Tat sind wir auf ihr herumgetrampelt und haben auf sie gespuckt.
Nun stehen wir den unvermeidbaren Nachwirkungen gegenüber. Das wird in Gesundheitsberichten offenkundig - Folgen unseres übermässigen Konsums von Tieren: Krebs, Herzerkrankungen, Osteoporose, Schlaganfälle, Nierensteine, Anämie, Diabetes u.a. Selbst unser Essen ist nun betroffen, und das direkt an ihrer Quelle. Mit Antibiotika, die die Gewichtszuname der Tiere beschleunigen sollen, die nicht zunehmen könne unter den stressigen, überfüllten Bedingungen der Fabrik-Farmen, mit dem übermässigen Gebrauch von Pestiziden und Insektiziden oder künstlichen Hormonen zur Erhöhung der Milchproduktion sowie Kalbgrösse und Gebärhäufigkeit, mit künstlichen Farbstoffen, Herbiziden, Larviziden, synthetischen Düngern, Traquilizern, Wachstums- und Appetitanregern, ist es kein Wunder, dass Rinderwahnsinn, Maul- und Klauenseuche, Pfiesteria und eine Schar anderer Abnormalitäten bei Tieren losgelassen wurden auf die menschliche Öffentlichkeit.
Die Natur ist nicht für diese Aktionen verantwortlich.
Wir sind es.
Deshalb ist eine Wende unvermeidbar.
Entweder vollziehen wir sie selbst oder wir werden von der Natur dazu gezwungen.
Die Zeit für jeden von uns ist gekommen, unsere Essgewohnheiten zu überdenken, unsere Traditionen, unseren Lebensstil und unsere Mode, und vor allem: unser Denken. Wenn also am uralten Sprichwort "Nichts bleibt unvergolten" etwas dran ist, was bekommen sie dann für ihr Leid? Denken wir überhaupt darüber nach? Wenn nichts unvergolten bleibt, was bekommen sie für ihren Schmerz?
Sie sind Earthlings. Sie haben das Recht, hier zu sein, genausosehr wie die Menschen. Vielleicht liegt die Antwort in einem anderen uralten Sprichwort - einem, das genauso wahr ist:
"Wir ernten, was wir säen"
Natürlich fühlen Tiere und natürlich erleben sie Schmerz. Hat die Natur diese wundervollen Tiere letzten Endes mit einem Quell an Empfindungen ausgestattet, damit sie nicht fühlen sollen oder haben Tiere Nerven, um empfindungslos zu sein? Die Vernunft verlangt nach einer besseren Antwort. Aber eine Sache ist absolut sicher: Tiere, die als Nahrung, Kleidung, zur Unterhaltung und in wissenschaftlichen Experimenten benutzt werden, und all die Unterdrückung, die ihnen unter der Sonne angetan wird - sie alle sterben vor Schmerz. Jedes einzelne von ihnen.
Reicht es nicht, dass Tiere in der ganzen Welt in permanentem Rückzug vor dem menschlichen Fortschritt und seiner Expansion leben? Und für viele Spezies gibt es einfach keinen Platz mehr, wo sie hingehen könnten. Es scheint, das Los vieler Tiere ist, dass sie vom Menschen entweder unerwünscht oder zu sehr erwünscht sind. Wir treten als Herren der Welt auf und tragen seltsame Kräfte des Terrors und der Gnade gleichermasse mit uns.
Aber die Menschen sollten die Tiere lieben, wie der Wissende den Unschuldigen und der Starke den Verletzlichen liebt.
Wenn wir beim Leiden der Tiere zusammenzucken, sagt dieses Gefühl etwas über uns aus, auch wenn wir es dann ignorieren. Und jene, die die Liebe zu unseren Mitgeschöpfen als blosse Sentimentalität abtun, übersehen einen guten und wichtigen Teil unserer Menschlichkeit.
Es nimmt einem Menschen nichts weg, zu einem Tier gütig zu sein und es liegt tatsächlich an uns, den Tieren ein glückliches Leben zu gestatten - und ein langes dazu.
Drei primäre Lebenskräfte existieren auf diesem Planeten:
- die Natur
- die Tiere
- die Menschheit
Wir sind die Earthlings.
Stellen Sie die Verbindung her.
(Earthlings - Deutscher Untertitel - das sind nur 10 Min. Text des Filmes)
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